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Georg Heyms Der Gott Der Stadt

3395 words - 14 pages

I. Einleitung:Die Gruppe der Großstadtlyrik gehört zu den umfangreichsten Sammlungen expressionistischer Lyrik und unterscheidet sich von den Darstellungen im Naturalismus, die eher realistisch, voll Mitgefühl und milieu-schildernd sind, grundlegend. Sie rückt völlig neue Aspekte des Stadtlebens, vor allem die Schattenseiten der urbanen Welt, in den Mittelpunkt.Das Motiv Großstadt ist für Heym deshalb so interessant, weil es "Motivkreise wie Weltende oder Tod" zusammenbringt und auch durch die Miteinbeziehung wesentlicher Kennzeichen der Moderne "komprimierte Aussagekraft" 1 erlangt. Er scheint wie gebannt alle Impressionen und Bilder, die ihm die Stadt offeriert, zu sammeln und zu verarbeiten und trotz aller Skepsis gegenüber der neuen Welt, wie sie viele seiner Kollegen teilen, völlig fasziniert zu sein.Im Folgenden möchte ich also einen Kurzüberblick über Heyms Leben und historische Hintergründe der Entstehungszeit seiner Dichtung geben, den Schwerpunkt meiner Betrachtungen aber auf das Bild der Stadt in Georg Heyms Gedicht "Der Gott der Stadt" legen, dieses in Zusammenhang mit der Situation der Großstädter, mythologischen und sakralen Elementen bringen und die dahinter verborgene Kritik aufzeigen._________________1 Vgl. Reinhardt - Steinke, Iris: Untersuchungen zur Lyrik der Moderne am Beispiel der GrosstadtgedichteGeorg Heyms. o.O. 1979, 92. (Dissertation der Universität Gießen)ІІ. Hauptteil:1. Kurzbiographie von Georg Heym"Wie ein Komet war Georg Heym, der Berliner Frühexpressionist, am Himmel der modernen Dichtung aufgestiegen und versunken" 2 So lässt sich ziemlich treffend das Leben Georg Heyms, das auf tragische Weise schon in jungen Jahren ein Ende finden musste, beschreiben.Georg Theodor Franz Arthur Heym wird am 30.Oktober 1887 als Sohn des Staatsanwaltes Herrmann Heym in Hirschberg in Schlesien geboren und besucht von 1893-1899 die Grundschule und später das Gymnasium in Posen und Gnesen. Als die Familie im Jahre 1900 nach Berlin übersiedeln muss, wechselt Heym auf das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf. Nach einem erneuten Schulwechsel folgen schließlich die Reifeprüfung am Gymnasium in Neuruppin und das Aufnehmen eines Jurastudiums in Würzburg. Im Herbst 1907 erscheint schließlich Georg Heyms Erstlingswerk " Der Athener Ausfahrt". Nach einem Universitätswechsel und der Rückkehr in die Großstadt Berlin tritt Georg Heym hier in den Neuen Club ein und legt somit den Grundstein für seinen späteren Ruhm. Hierauf folgen mehrere Veröffentlichungen unter anderem im "Demokrat", worauf der Rowohlt Verlag Leipzig aufmerksam wird und Georg Heym die Möglichkeit zur Veröffentlichung eines Gedichtbandes, der 1911 unter dem Namen "Der ewige Tag" erscheint, gibt. Während seines Studiums tritt Heym mehrfach im Neopathetischen Cabaret, einem weiteren...

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